Rothschild de Randeck

Konfession: jüdisch?

Adelstitel: 1965 Verleihung des sanmarinesischen Titels »nobile« an Jean Henry de Rothschild (de Randeck) (1914–?)

Das Annuario della Nobiltà Italiana (siehe unten) sieht den Geadelten (über den bislang nichts Näheres bekannt ist) als Mitglied der berühmten Bankiersfamilie Rothschild an. Eine Verwandtschaft dürfte zwar nicht bestehen, auch dieser »de Rothschild« ist aber wohl zumindest jüdischer Herkunft. Als seine Eltern werden ebd. genannt Ferdinando (Sohn des Lazare) Rothschild und Paula Bloch. Diese Angaben könnten darauf hindeuten, dass der Geadelte ein Bruder des St. Gallener Rabbiners Lothar Simon Rothschild (1909–1974) [1] war, Sohn des Kaufmanns Ferdinand Rothschild und der Paula geb. Bloch. Dessen Familie lebte um 1910 in Karlsruhe und ab 1918 in der Schweiz. Das Prädikat »Randeck« könnte im Übrigen auf Randegg bei Konstanz verweisen, von wo diese Familie Rothschild vielleicht ursprünglich stammte (dort wurden im 19. Jahrhundert zumindest einige Rothschilds beerdigt, vgl. ein Foto unter http://www.alemannia-judaica.de/randegg_friedhof.htm).

Literatur: Annuario della Nobiltà Italiana, Neue Folge, 31. Ausgabe (2010), Bd. 3, S. 1195f.

[1] Über ihn siehe Biographisches Handbuch der Rabbiner, hg. von Michael Brocke und Julius Carlebach, T. 2: Die Rabbiner im Deutschen Reich 1871–1945, bearb. von Katrin Nele Jansen, Bd. 1, S. 523.

Wolf (Odessa / Meiningen / Wiesbaden)

Konfession: jüdisch

Adelstitel: 1872 sachsen-meiningischer Freiherrnstand für August (Freiherrn von) Wolf (Lebensdaten wohl: 1828–1888), sachsen-meiningischer Generalkonsul a.D. in [?] Meiningen

Um 1880 soll Wolf in Wiesbaden gelebt haben; dass er zum Zeitpunkt seiner Nobilitierung in Meiningen wohnte, könnte eine irrtümliche Angabe sein. Offenbar ist er im Übrigen identisch mit dem Kaufmann jüdischen Glaubens August Wolf in Odessa, der dort um 1860 auch schon einige Jahre lang Konsul für Mecklenburg-Schwerin gewesen war und in die bedeutende Bankiersfamilie Raffalovich eingeheiratet hatte (welche wiederum unter anderem mit den Morpurgos in Triest verschwägert war und in Odessa ebenfalls verschiedene Staaten konsularisch vertrat). Wolfs Schwiegervater Abraham Moses Raffalovich soll 1857 zum Christentum konvertiert sein; ob auch Wolf sich taufen ließ, ist bislang nicht bekannt.

Literatur: Adelslexikon, Bd. 16 (2005) (= Genealogisches Handbuch des Adels, Bd. 137), S. 331; Maximilian Gritzner, Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. Nach amtlichen Quellen gesammelt und zusammengestellt, Bd. 2, Görlitz 1881, S. 646 — August Wolf in Odessa und seine Schwäger David und Leon Raffalovich werden als Konsuln erwähnt bei Erik Amburger, Die Konsulate der Freien Stadt Frankfurt, Kurhessens, Hessen-Darmstadts und Nassaus im Russischen Reich, in: Festschrift für Heinz F. Friederichs, hg. von Gerhard Geßner, Neustadt/Aisch 1980, S. 15–25, hier S. 24

Internetressource: genealogische Angaben zu Baron August von Wolf unter http://www.geni.com/people/August-von-Wolf/6000000010763057827 (verlinkt mit Angaben zu Mitgliedern der Familie Raffalovich)

Worms

Konfession: jüdisch

Adelstitel: 1. 1871 österreichischer Freiherrnstand für Salomon Benedict (Freiherrn von) Worms (1801–1882), Bankier in London (als Ritter des Ordens der Eisernen Krone 2. Klasse); 1874 britische Anerkennung (als »Baron de Worms«) — 2. 1895 britisches Baronat (als »Baron Pirbright«) für seinen Sohn Baron Henry de Worms (1. Baron Pirbright) (1840–1903), Jurist und Politiker, bis 1895 Member of Parliament und ehemals Under-Secretary of State for the Colonies, seit 1888 Privy Counsellor

Salomon (Solomon) Benedict de Worms war durch seine Mutter ein Neffe der fünf legendären Rothschild-Brüder, die 1816/22 geadelt worden waren.

Literatur: Adelslexikon, Bd. 16 (2005) (= Genealogisches Handbuch des Adels, Bd. 137), S. 367f.; Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Bd. 57 (1907), S. 928, u. Bd. 67 (1917), S. 1107

Internetressourcen: Artikel »Solomon Benedict de Worms« und »Henry de Worms« in der englischsprachigen Wikipedia